Das Interview

Hallo Herr Hoffmann,

die Wahl ist nun vorbei, wie war es für Sie?

Anstrengend, belebend, teils enttäuschend.

Enttäuschend, Sie wurden zum zweiten Mal wiedergewählt!

Ja, enttäuschend, dass man die gesteckten Ziele nicht erreicht hat, ich war auf dem dritten Listenplatz zum Kreistag, leider hat es nur für zwei Kollegen gereicht. Auch bin ich mit meinem persönlichen Ergebnis im Stadtrat und Ortsrat nicht zufrieden, aber unter den gegebenen Umständen, bin ich über jede Stimme glücklich. Auch wenn man sich natürlich immer mehr erhofft.

Wie haben Sie den Wahkampf 2016 erlebt?

Es hat wieder viel Spaß gemacht mit den Menschen in unserer Stadt ins Gespräch zu kommen. Insbesondere bei Haustürbesuchen lernt man die unterschiedlichsten Menschen kennen. Leider war dieses Kennenlernen immer von der Gewissheit begleitet, daß viele nicht zur Wahl gehen werden.

Was kann dagegen getan werden?

Bürgernähe.

Das sagten Sie auch schon vor fünf jahren und nannten das Beispiel Schließung des Grundschulstandortes in Großenwieden.

Ja, insbesondere wenn man jetzt sieht, dass wir neue Gruppen aufmachen und neue Gebäude bauen (Krippe Hessisch Oldendorf).

Wie waren die vergangenen fünf Jahre?

Wie in jedem Job, mal gut mal nervig. Im Ortsrat hat sich das Klima langsam geändert, die absolute Mehrheit der rot/grünen Gruppe hat sich negativ auf die Zusammenarbeit ausgewirkt. Wo vorher Sachpolitik regierte, steht jetzt der Ortsbürgermeister der SPD allein. Einst stand im Vordergrund: was ist gut für Hessisch Oldendorf und seine Bürger? Jetzt ist es zu einerm Kasperletheater verkommen.

Das klingt enttäuscht? Fast schon verbittert!?

Vielleicht, es ist nur so, wir geben viel von einem knappen Gut, der Zeit für die Gemeinschaft und dann ist es erschöpfend, wenn einer allles vereinnahmt.

Sie sind nun fünf Jahre älter...?

Und gehöre immer noch der U50 Gruppe an.

Wir - d.h. die 30 bis 45 Jährigen sind eigentlich zu beschäftigt und zu desillusioniert für die heutige Politik. Andererseits sind wir und noch mehr die nachfolgenden Generationen - dank Internet, Handy, Twitter, Facebook - mehr informiert, stärker vernetzt, als jede andere vor uns und gehen die Dinge daher auch direkter an, was auch den Aufschwung der Bürgerinitativen erklärt.

Vielen Dank für das Gespräch